Chronik des Altstadtfestes

Es war einmal... so fangen alle Märchen an.

Altstadtfest Nürnberg e.V.
Altstadtfest Nürnberg e.V.

Aber dieses Märchen wurde wahr und hat bis zum heutigen Tage Bestand.
Vor 40 Jahren gab es eine Handvoll Bürger, die der Meinung waren, es müsse Leben in die Altstadt kommen. Alle drum herum hatten ihre Kirchweihen und sonstigen Feste, nur hier gab es nichts. Und so überlegte man, wie sich etwas ohne großen finanziellen Aufwand auf die Beine stellen ließe..... das war die Geburtsstunde des Altstadtfestes. Und genau wie damals sind es ehrenamtlich Tätige, die sich in einem Verein zusammengeschlossen habe.

Es wird kein Mitgliedsbeitrag erhoben, aber aktiver Einsatz ist gefordert, um das Fest zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Dieses so intensive Engagement lässt die Mitglieder auch von "ihrem" Fest sprechen, denn ohne sie wäre es gar nicht da. Es sind nicht nur die zwölf Tage des Festes selbst, an denen die Mitglieder von früh morgens bis in die Nacht hinein tätig sind, sondern es bedarf eines großen Zeitaufwandes das ganze Jahr hin durch. Viel freie Zeit und sogar Urlaubstage werden geopfert. Es müssen zahlreiche Gespräche mit den Behörden, die in den verschiedenen technischen und organisatorischen Bereichen für Beratung, Genehmigungen, Aufsicht, und vieles mehr zuständig sind, geführt werden. Ebenso ist das THW eingebunden und nicht mehr wegzudenken. Auch die Malteser zusammen mit den Johannitern sind zuverlässig dabei. Sie helfen, wenn einem Besucher oder Mitarbeiter ein Missgeschick passiert. Ein neues Programm für die vielen Veranstaltungen während des Festes muss zusammengestellt, Verträge mit hunderten von Mitwirkenden müssen abgeschlossen und Vereinbarungen mit den Wirten ausgehandelt werden. Ein Vorprogramm, und letztendlich das Festprogramm, müssen vorbereitet und in Druck gehen.

Die Kosten für das Altstadtfest sind enorm, wohl für den Besucher kaum vorstellbar. Gagen für die auftretenden Künstler, Gebühren an die Stadtverwaltung für die Insel Schütt und den Hans Sachs Platz müssen gezahlt werden. Ebenso Wasserver- und entsorgung, Strom muss vorhanden sein, Reinigung, Toiletten, Absperrungen, nächtliche Bewachung und vieles mehr. Es darf in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen werden, dass alle kulturellen Veranstaltungen kostenlos angeboten werden. All dies wird von den Mitgliedern ehrenamtlich organisiert.

Ebenso ehrenamtlich ist der Einsatz am Glühweinstand, den der Verein während des Christkindlesmarktes an der Museumsbrücke betreibt. Bei Wind und Wetter stehen die Mitglieder dort und helfen mit dem Verkauf des Glühweines das Altstadtfest zu finanzieren. Viele Mitstreiter der ersten Stunde sind nicht mehr unter uns, doch im Laufe der Jahre haben sich auch Jüngere engagiert und sich von der "Faszination" Altstadtfest anstecken lassen.


Und noch etwas soll erwähnt werden. Seit 20 Jahren hat das Fest eine Heimat gefunden. In idyllischer Lage zwischen den Pegnitzarmen auf der Insel Schütt und dem Hans Sachs Platz. Die Zeiten der Wanderung zwischen Kreuzgassenviertel und Insel Schütt gehören der Vergangenheit an. Zudem feiern wir 2010 ein weiteres Jubiläum, denn genau vor 25 Jahren, im Jahr 1985, bekam das Fest sein heutiges Gesicht. Das einmalige Ensemble der fränkischen Fachwerkhäusle, in denen die Wirte ihre Schmankerln anbieten, feierte Premiere. Natürlich gehört zu einem Fest auch ein kleiner Vergnügungspark, in seiner Größe den Möglichkeiten der Altstadt angepasst. Und wie zu Beginn wird alles von einem bunten Reigen an Veranstaltungen umrahmt.

Viele Darbietungen haben Tradition und sind nicht mehr wegzudenken. Der Festzug, der Bieranstich, das Fischerstechen, Wer ko, der därf, Pegnitz in Flammen, um nur einige zu nennen.

Man ist bemüht, immer wieder Neues hinzuzuholen, um mit der Zeit zu gehen. Vieles, was am Anfang möglich war, ist heute nicht mehr machbar.

Und so möchte ich an einiges erinnern, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

Die Pegnitz selbst war mit eingebunden. Es gab Kahnfahrten, Kanu-Polo, eine Prominenten-Altstadtregatta, ein Wasch- und Brühtrogrennen, auf der Wöhrder Wiese Reiterspiele und Bogenschießen, es gab regelmäßige Kindertage mit buntem Programm, und begleitet von großer Begeisterung das Seifenkistenrennen vom Hallertor zum Maxplatz. Schon damals also ein an Vielfalt und Ideenreichtum kaum zu überbietendes Programm. Auch heute erwartet den Besucher bunte Vielfalt, zudem bewirtschaften 18 Wirte die Häuschen, 18 Brauereien bieten ihre Biere an.

Ihnen, liebe Leser, wird sicher aufgefallen sein, dass ich keine Namen genannt habe. Nicht die Namen der ersten Brauereien, der ersten Wirte und Schausteller. Es würde zu weit führen, außerdem wäre das Problem der Unvollständigkeit gegeben. Für unseren Verein gilt Gleiches. Ich möchte keine Einzelpersönlichkeiten hervorheben, denn nur durch den unermüdlichen Einsatz und das Zusammenwirken aller, bis hin zu denen, die die schwerste, dreckigste und undankbarste Arbeit auf sich nehmen, müssten alle genannt werden. Sie alle sollen sich hier angesprochen fühlen, wenn ich dies schreibe. Und man kann nicht oft genug Danke sagen für dieses aufopferungsvolle Engagement für die Mitbürger und alle Besucher, denn dies ist in unserer heutigen Zeit keinesfalls selbstverständlich. Für uns Organisatoren gibt es keine schönere Belohnung für all die Mühen, als viele zufriedene Gesichter und einen reibungslosen Ablauf.

Und wenn dann noch Petrus das Seine hinzutut, hat sich aller Einsatz gelohnt und ist Ansporn für das nächste Altstadtfest.

 

Siegrun Graetschel

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